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Samstag, Sonntag, Feiertag 14 Uhr

!!! VERLÄNGERT BIS 27. SEPTEMBER 2015 !!!


Vom 21. Juni bis zum 27. September 2015 zeigen die Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser 32 Werke von drei bedeutenden Vertretern der Pop-Art. David Hockney aus England, Uwe Lausen aus Deutschland und Andy Warhol aus den USA entwickelten ganz unterschiedliche Spielarten innerhalb dieser Kunstrichtung. Die Ausstellung mit zum Teil erstmalig gezeigten Werken aus der Stiftung Gunzenhauser wird die Vielschichtigkeit der Pop-Art verdeutlichen.


David Hockney (*1937), dessen Arbeiten auf Papier erstmalig präsentiert werden, thematisiert in seinen seriellen Werken – wie Andy Warhol (1928–1987) – kritisch die moderne Technik-,  Medien- und Waren-
welt, lässt jedoch – anders als Warhol – Persönliches und Individuelles einfließen. Ähnlich wie Uwe Lausen (1941–1970) experimentiert Hockney mit künstlerischen Mitteln. Lausen, dessen zeichnerisches Werk in der Ausstellung betont wird, entwickelte eine prägnante individuelle Handschrift in der Darstellung gesellschaftlicher Widersprüche.

18 Zeichnungen und Druckgrafiken David Hockneys werden durch vier Illustrationen zu Konstantinos Kavafis Liebesgedichten Um zu bleiben, die er 1966 bei einem Beirutbesuch anfertigte, ergänzt. In den drei ausgestellten Lithografien des Künstlers, die 1978/80 in Serie mit derselben Grundkomposition entstanden, setzte sich Hockney intensiv mit der Darstellbarkeit von Wasser auseinander. Die unter-
schiedlichen Licht- und Schattenwirkungen auf und im Wasser stellten für ihn ein formales Problem dar, das es experimentell zu lösen galt. Intim sind Hockneys feine, elegante Aktzeichnungen seines Lebenspartners Peter Schlesinger, mit dem er von 1966 bis 1971 eine Beziehung führte. In seinen Doppelporträts von Freunden fasziniert den Künstler wiederum die Beziehung der beiden Dargestellten zueinander.

Wie Hockney beschäftigte sich auch Uwe Lausen künstlerisch mit der Thematik Wasser, wie die ausgestellten Werke des Künstlers zeigen werden. Dennoch lag Lausens Schwerpunkt auf der kritischen Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Entwicklungen in der Bundesrepublik während der 1960er-Jahre. Lausen suchte die Widersprüche und Spannungen in der bundesdeutschen Nachkriegs-
gesellschaft und der Generation seiner Eltern aufzudecken und künstlerisch zu bearbeiten. Dr. Alfred Gunzenhauser gehört zu den wichtigen Sammlern der Werke Uwe Lausens wie auch zu den einfluss-
reichen Galeristen, die sich dem Werk des Künstlers widmen. So veranstaltete er bereits drei Jahre nach Lausens Freitod eine Ausstellung mit dessen Werken in seiner Münchner Galerie. Heute befinden sich zwölf Gemälde und drei Zeichnungen im Besitz des Museums Gunzenhauser, womit sich nahezu ein Zehntel des malerischen Schaffens Uwe Lausens in Chemnitz konzentriert.

Von Andy Warhol zeigt das Museum Gunzenhauser das Selbstporträt Der Schatten (1981) aus der Mappe Myths, die neben diesem Selbstporträt Porträts berühmter US-amerikanischer Märchen- oder Fantasy-Figuren vereint. Warhol inszenierte sich damit selbst als US-amerikanischer Mythos. Goethe (1982) nach Johann Heinrich Wilhelm Tischbeins Goethe in der Champagne (1787/88) entstand nach einem Besuch des Städelschen Kunstinstituts im Jahr 1980. Dr. Siegfried Unseld (Verlag edition suhrkamp) beauftragte die Siebdrucke, um sie 1982 als Drucke herauszugeben. Die gezeigten drei Arbeiten aus der 40 Bilder umfassenden Lenin-Serie, entstanden als Projekt zwischen der Galerie Bernd Klüser und Andy Warhol.


Abb.:
Uwe Lausen
Wasser, Eimer, Kannen, 1968
Farbstift auf Karton
42,9 x 60,9 cm
Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser
Eigentum der Stiftung Gunzenhauser
Foto: Kunstsammlungen Chemnitz
© VG Bild-Kunst, Bonn 2015

© Kunstsammlungen Chemnitz 2017