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Ausstellungseröffnung: Freitag, 13. Mai 2016, 19 Uhr

Die siebte Ausstellung der Reihe Junge zeitgenössische Kunst aus Sachsen im Museum Gunzenhauser widmet sich vom 14. Mai bis zum 21. August 2016 den eindrucksvollen Naturpanoramen des jungen Dresdner Absolventen Clemens Tremmel. Es ist die erste museale Ausstellung der Werke des 1988 in Eisenhüttenstatt geborenen Künstlers. Neben großformatigen Gemälden und einer Mixed-Media-Installation ist die Audioinstallation „heima“, die eigens für das Museum Gunzenhauser von dem Künstler geschaffen wurde, zu hören und zu sehen. Tremmel spielte die entspannenden Gitarrenklänge, die den Betrachter beim Blick aus dem Fenster des Museums Gunzenhauser kurz entrückt ruhen lassen, selbst ein.

In Tremmels Bildern trifft mystische Schönheit auf trübe Melancholie. Seine Landschaften sind geprägt von geheimnisvollem Leuchten. Tremmel nimmt auf die Bildstrategien der Romantik Bezug: Er gibt die Wiedergabe einer „wirklichen“ Realität auf. Wie in der romantischen Malerei geht es dem Künstler nicht mehr hauptsächlich um eine Darstellung der sichtbaren Wirklichkeit, sondern – durch das Überschreiten der Erfahrungen und des Bewusstseins – um eine Erschließung der Welt. Ekstasis beschreibt das Aussicherherausgetreten sein, das Verlassen, die Verzückung, den Zustand, in dem der Mensch die Kontrolle über sich selbst verloren hat.

Grenzen werden im Werk von Tremmel überschritten. Der Künstler überhöht sogar so weit, dass er das klassische Tafelbild ganz infrage stellt. Er zerstört Bildteile, übermalt, verstellt und entzieht dem Betrachter so den reinen Genuss der Landschaft. Er versucht, auf das Dahinterliegende aufmerksam zu machen, die Oberflächlichkeit abzuschaffen und in die Tiefe zu blicken. In seinen einsamen, menschenleeren Bildern hebt der Künstler die Landschaft als einen Sehnsuchtsort hervor. Indem er diesen aber dem Betrachter wieder entzieht, provoziert er unsere Sehgewohnheiten.

Die Reihe Junge zeitgenössische Kunst aus Sachsen im Museum Gunzenhauser bietet jungen Künstlerinnen und Künstlern aus Sachsen die Möglichkeit, in direkter Nähe zu und in Auseinandersetzung mit Vorbildern und Vorgängern Werke in einem musealen Kontext zu präsentieren. Die Reihe wird gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.


KÜNSTLERGESPRÄCH
mit dem Künstler Clemens Tremmel und Kuratorin Anja Richter
Donnerstag, 9. Juni 2016, 18 Uhr



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