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Die Kunstsammlungen Chemnitz präsentieren 125 Jahre nach dem Tod des Künstlers Vincent van Gogh erstmalig in Deutschland das Gemälde Die Mühle  „Le blute-fin“ (1886). Bei dem Bild, das erst 2010 als ein Van-Gogh-Werk identifiziert wurde, handelt es sich um eine Leihgabe des Museum de Fundatie  in Zwolle und Heino/Wijhe, Niederlande.

Das Gemälde Die Mühle „Le blute-fin“, das vier Jahre vor dem Tod des Künstlers entstand, ist ein eindrucksvolles Zeugnis für den explorativen Wandel der Malerei vom 19. zum 20. Jahrhundert hin. Ausgestellt wird die Leihgabe in der Präsentation Malerei der Romantik, um die Radikalität im Werk van Goghs im Vergleich zur Malerei des  19. Jahrhunderts deutlich hervorzuheben.

Vincent van Gogh reiste im März 1886 nach Paris. Er wohnte bei seinem Bruder Theo in der Rue Lepic 4. Theo van Gogh leitete in dieser Zeit eine kleine Galerie am Boulevard Montmartre. Im Jahr der Reise in die französische Großstadt arbeitete van Gogh äußerst produktiv. Mehr als 230 Bilder entstanden, neben Stillleben und Porträts, mehrfach die Mühle des Montmartre. Seit 1870 war die aus dem 17. Jahrhundert stammende Mühle Le blute-fin stillgelegt und wurde als Aussichtsplattform genutzt. Im unteren Außenbereich befand sich ein Tanzlokal. Auguste Renoir hatte bereits 1876 das rege Treiben dort in seinem Gemälde Bal du moulin de la Galette dargestellt und der Mühle zu großer Bekanntheit verholfen. Anders als Renoir setzte Vincent van Gogh die Mühle zentral ins Bild und stellte – für sein Œuvre sonst untypisch – zahlreiche Figuren in kräftigen Farben beim Aufstieg zur und Verlassen der Mühle dar. Die Kleidung der Personen und die Naturschilderung deuten auf eine Entstehungszeit im Herbst 1886 hin. Van Gogh trug die Farben spontan ohne Untermalung und Lasuren (alla prima) und teilweise sehr dick (Impasto) auf.

Erst im Jahr 2010 wurde nach Prüfung des Van Gogh Museums in Amsterdam die Authentizität des Werkes bestätigt. Zuvor galt das Gemälde als Werk eines unbekannten Malers. Dirk Hannema, dessen Sammlung sich heute im Museum de Fundatie befindet, kaufte es 1975 in der Pariser Galerie Rickel Hein im eigenen steten Bewusstsein, dass es sich um ein Werk des niederländischen Malers handeln muss. Nach dem Kauf wurde es 35 Jahre im Depot in Zwolle aufbewahrt, bis der dortige Direktor Ralph Keuning es zur Beurteilung in Amsterdam vorlegte.

Abb.:
Vincent van Gogh
Die Mühle „Le blute-fin“, 1886
Öl auf Leinwand
55,2 x 38 cm
© Museum de Fundatie, Zwolle und Heino/Wijhe, Niederlande

© Kunstsammlungen Chemnitz 2017