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Lyonel Feininger <br> Sammlung Harald Loebermann

Lyonel Feininger
Sammlung Harald Loebermann

09. Juli 2017 bis zum 03. September 2017

 

 

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Ausstellungseröffnung: Samstag, 8. Juli 2017, 17 Uhr


Die Kunstsammlungen Chemnitz am Theaterplatz zeigen vom 9. Juli bis zum 3. September etwa 90 Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken von Lyonel Feininger (1871–1956). Die Arbeiten aus der Sammlung Harald Loebermann, die zu den bedeutendsten Sammlungen des grafischen Werkes des Künstlers weltweit zählt, entstanden in den Jahren von 1910 bis 1955.

Lyonel Feininger kam 1887 im Alter von 16 Jahren aus Amerika nach Deutschland. Er sollte in Leipzig Violine studieren und wie seine Eltern eine musikalische Laufbahn einschlagen. Stattdessen absolvierte er ein Studium an der Allgemeinen Gewerbeschule in Hamburg und der Kunstakademie in Berlin. Anschließend besuchte er die private Kunstschule des italienischen Bildhauers Filippo Colarossi in Paris. Nach einer erfolgreichen Karriere als Karikaturist für verschiedene deutsche und amerikanische Zeitschriften wandte er sich im Alter von 36 Jahren der Malerei zu. Seine ersten Lithografien und Radierungen entstanden 1906 auf Anregung seiner späteren zweiten Frau Julia Berg, die damals an der Kunstgewerbeschule in Weimar studierte. Feininger war mit Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel befreundet und stand den Künstlern des Blauen Reiters und des Sturm-Kreises um Herwarth Walden nahe. 1919 wurde er von Walter Gropius an das Bauhaus in Weimar berufen und übernahm dort 1921 die Leitung der druckgrafischen Werkstatt. Mit fast 66 Jahren kehrte Feininger 1937, von den Nationalsozialisten als „entarteter Künstler“ verfemt, in sein Geburtsland zurück, wo er bis zu seinem Tod 1956 vorwiegend in New York lebte.

Lyonel Feininger entwickelte einen eigenen unverwechselbaren Stil, der im Allgemeinen als kristalliner Kubismus beschrieben wird. Im Ausdruck bildet er zwischen Romantik, Realität und Vision vielschichtige Symbiosen. Expressive und kubistische Stilelemente prägen seine Kunst ebenso wie fauvistische und futuristische Ausdrucksformen.

Der Künstler ließ sich zeitlebens von Eindrücken und Begegnungen während seiner Reisen und Aufenthalte zu faszinierenden Bildern inspirieren. Besonders fruchtbar waren die ausgedehnten Sommeraufenthalte an der Ostsee und die Erkundungen der Dörfer des Weimarer Landes. Zu seinen bevorzugten Motiven gehörten die See- und Küstenlandschaften im Ostseeraum sowie die Dörfer und Städte in Thüringen. Im Spätwerk kamen neue Bildmotive hinzu, wie die Wolkenkratzer Manhattans.

Sorgfältig wählte Feininger für den Druck seiner Grafiken handgeschöpfte Büttenpapiere, verschiedene hauchdünne Japan- und Chinapapiere, Seidenpapiere und Durchschlagpapiere aus. Seine Verwendung von farbigen Papieren und kleine Auflagen, zumeist per Hand vom Druckstock abgezogen, machen diese Werke zu grafischen Kostbarkeiten.

Dem Nürnberger Sammler Harald Loebermann (1923–1996) war es in über 30 Jahren Sammlertätigkeit gelungen, über die Hälfte des qualitätvollen druckgrafischen Œuvres von Lyonel Feininger zusammenzutragen und durch mehr als 50 Zeichnungen und Aquarelle aus dem Zeitraum von 1910 bis 1955 zu ergänzen. Besonders hervorzuheben sind die zwischen 1918 und 1920 entstandenen zahlreichen Holzschnitte und die nach Feiningers Rückkehr in die USA 1937 entstandenen Aquarelle.

Die Sammlung Harald Loebermann – ein einzigartiges Konvolut von 298 Zeichnungen, Aquarellen, Druckgrafiken, einem Druckstock und Briefen – konnte 2009 dank der großzügigen Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Chemnitz, der Kulturstiftung der Länder und des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch die Kunstsammlungen Chemnitz erworben werden.


VORTRAG
Dienstag, 18. Juli 2017, 18 Uhr
Von thüringischen Dörfern und Hochhausschluchten. Zum Leben und Werk Lyonel Feiningers
Dr. Martin Faass | Direktor der Liebermann-Villa am Wannsee, Berlin



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