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Auf gruenem Grund. Abstrakte Malerei nach 1945

Auf gruenem Grund. Abstrakte Malerei nach 1945

25. August 2019 bis zum 02. Februar 2020

 

 

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Seit über 100 Jahren gibt es rein abstrakte Kunst. Sie gehört zu den Errungenschaften der modernen Kunst des frühen 20. Jahrhunderts. Wie unterschiedlich Künstler- und Maler*innen dabei vorgegangen sind, von Figurativem, Wahrnehmbarem und Fühlbarem zu abstrahieren oder eine Gegenstandswelt auszuschließen, zeigt die exemplarische Auswahl von Malerei nach 1945 in den Kunstsammlungen Chemnitz. Dabei wird nicht zuletzt die parallel gezeigte deutsch-deutsche Künstlerfreundschaft von Bernard Schultze und Carlfriedrich Claus in einen größeren Kontext gesetzt.

Als die Städte in Schutt und Asche lagen, die Figurationen der nationalsozialistischen Propagandabilder indiskutabel geworden waren, mussten neue Bilder und andere Wege schöpferischer Produktion gefunden werden. Für die Wegbereiter der westdeutschen Kunstszene wurden die wichtigsten Verbindungen zunächst von Frankreich aus geknüpft: bis weit in die 1960er Jahre galt das Land als internationales Zentrum der Neo-Avantgarden. In Deutschland propagierten Künstlergruppen wie "ZEN 49" oder "ZERO", in Belgien "COBRA" einen Neuanfang. Doch meist waren die Künstler durch und durch Individualisten, die eigene Positionen verfochten. Gemeinsam war allen das Offene, Fließende, sich Verformende in den Formensprachen und ein eigener Umgang mit dem Material Farbe auf der Leinwand. Malerei wurde zu einem Geschehen, zu einem Ereignis, das einen visuellen Nachvollzug des Betrachters erfordert. Es gab auch in der DDR abstrakte Kunst, Informel und Action Painting, die sich jedoch erst später stärker entfalten konnten. In der unmittelbaren Nachkriegszeit wollte man offiziell andere (Menschen-) Bilder sehen.

Mäzenen, Leihgebern und Förderern ist es zu verdanken, dass ein Konvolut verschiedener Generationen abstrakter Malerei in den Kunstsammlungen Chemnitz nun zu sehen ist. Aus der Sammlung Lühl stammen zahlreiche bedeutende Werke dieser Ausstellung, die seit 1995 als Dauerleihgabe in Chemnitz sind. Die Werke der Stiftung Gunzenhauser, deren Sammlung in einem eigenen Museum in Chemnitz präsentiert wird, sind erstmals in den Kunstsammlungen am Theaterplatz zu Gast. Zu diesen Sammlungen gehören Gemälde von Willi Baumeister, Georg Meistermann, Ernst Wilhelm Nay, Fritz Winter oder Serge Poliakoff, die ergänzt werden durch Gemälde aus dem eigenen Bestand. Ebenso sind Werke der großen deutschen informellen Maler wie Karl Otto Götz, Emil Schumacher und Fred Thieler vertreten, aber auch in Frankreich entstandene Arbeiten wie die von Georges Mathieu oder Pierre Alechinsky. Pointierte Beispiele aus den 1980er Jahren belegen, wie kraftvoll die Innovationen bis zum Ende des 20. Jahrhunderts fortgeführt wurden.

© Kunstsammlungen Chemnitz 2019