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Die Kunstsammlungen Chemnitz zeigten unter der Schirmherrschaft Ihrer Majestät Königin Margrethe II. von Dänemark und im Rahmen der Präsentation „Dänische Kunst und Kultur in Sachsen“ im Jahr 2009 die Ausstellung BJØRN NØRGAARD - Mythos und Morphologie. Neben einigen der archaisch anmutenden Monumentalskulpturen war damals auch die Figurengruppe „Mickey´s Opera“ von Bjørn Nørgaard zu sehen.

Dank der generösen Schenkung von Peter Lassen/Montana aus Dänemark wurde dieses einzigartige, zwölfteilige Werk am Montag, den 21. März 2011 an die Kunstsammlungen Chemnitz übereignet.

Es handelt sich um eine skulpturale Installation, die sich an den Comic mit seiner Munterkeit anlehnt. Die Figuren stehen wie Noten in unterschiedlicher Höhe jeweils auf einem Wandbord, wobei jede ihren eigenen Ton hat. Sollte die Oper jemals aufgeführt werden, würde sie sich um einen Ausruf drehen: „Wo ist Mickey?“ Denn Mickey ist in der Tat die einzige Figur, die in dieser Aufstellung von Eltern, Onkeln, Großeltern, Geschwistern und Freunden des kleinen Kerls fehlt. Wie eine Gruppe verlassener Jünger sehen sie sich vergebens nach Mickey um, einer kratzt sich nachdenklich hinterm Ohr, ein anderer legt gedankenvoll die Hand unters Kinn, während andere ganz versteinert oder verwirrt erscheinen.
Bjørn Nørgaard (*1947 in Kopenhagen) gehört zu den wandelbarsten Gegenwartskünstlern mit einem äußerst umfangreichen Werk von besonderer Einprägsamkeit. Er begann seine künstlerische Laufbahn mit dem Studium an der „Schule für experimentelle Kunst“ in Kopenhagen. Mit Per Kirkeby zusammen engagierte sich Nørgaard in den 1960ern in der Fluxus-Bewegung, inspiriert von Joseph Beuys und Artur Køpke. Beuys‘ Ideen von der sozialen Plastik und der Kunst als Kapital gewannen große Bedeutung für Nørgaard, der bewusst von der Vorstellung aus arbeitete, die Kunst solle kein Werk in sich mehr sein, sondern als Methode, Philosophie und Weltanschauung in alle Lebensbereiche integriert werden. Nachdem Nørgaard in den 1960ern mit Grafik, Keramik und Film experimentierte, galt sein Interesse seit den 1970ern verstärkt der Skulptur.

© Kunstsammlungen Chemnitz 2017