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Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministers des Auswärtigen,
Herrn Dr. Guido Westerwelle, MdB.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Chemnitz


Die Synagoge steht nicht nur für den Ort der symbolischen Entsprechung für den zerstörten Tempel in Jerusalem, sondern auch für „Gottes Heimstätte auf Erden“. Da es nur wenige Anweisungen im Talmud gibt, wie Synagogen baulich beschaffen sein müssen, waren der Gestaltung wenig Grenzen gesetzt. In der Regel wurden Synagogen im vorherrschenden architektonischen Stil der Zeit und des Ortes, an dem sie errichtet wurden, gebaut.
Am 9. und 10. November 1938 zerstörten nationalsozialistische Schlägertrupps Synagogen und jüdische Gemeindehäuser. Über tausend Synagogen wurden verwüstet. Jüdische Bürger wurden erschlagen und niedergestochen. Dass dahinter der organisierte Wille zur systematischen Vernichtung stand, bewiesen die folgenden Jahre. Dort, wo die Synagogen aus den deutschen Stadtlandschaften verschwanden, setzt Alexander Dettmars Beitrag zum kulturellen Gedächtnis an. Dettmars Bilder deutscher Synagogen sind einzigartige Erscheinungen. Ihr dunkel-pastoser Farbauftrag hilft Unvereinbares zusammenzuhalten und Unwirkliches wirklich werden zu lassen. Das Geheimnis der unmittelbaren Wirkung seiner Bilder zerstörter deutscher Synagogen besteht aus einem immateriellen Verbund aus Trauer, Gedächtnis und Erinnerung einerseits und der Wirklichkeit realer Gebäude andererseits, die er sich über Fotografien, Zeichnungen und
Dokumenten angeeignet hat. Geschichtsschreibung vollzieht sich bei Dettmar als Anschauung und auch als Dialog. Hier erkennt der Maler das Verfahren des Talmud als kanonisches Vorbild wieder, in dem das Gespräch mit Gott und den Toten, den beiden gleichermaßen unzugänglichen Partnern, immer neu ins Werk gesetzt wird. Am Beispiel seines Triptychons der Chemnitzer Synagoge lässt sich die Geschichtsschreibung des Malers besonders eindrucksvoll belegen. Schon äußerlich strahlen die drei verschiedenen Ansichten der Chemnitzer Synagoge besondere Würde aus. Hier wird von Alexander Dettmar noch einmal Bedeutung für etwas längst Verlorenes geschaffen: Drei Bilder für Leiden, Tod und Vertreibung der Jüdischen Gemeinde Chemnitz, Überwältigung und Erschütterung angesichts der unwiederbringlichen Zerstörung eines spirituellen
Zentrums, in dem einmal die Kultur, die Geschichte und die Gottesvorstellung des jüdischen Volkes aufbewahrt und lebendig gehalten wurde.
(Auszüge von Dr. Jürgen Doppelsteins Beitrag "Malerei und kulturelles Gedächtnis. Alexander Dettmars Bilder deutscher Synagogen" im Begleitkatalog zur Ausstellung)



Alexander Dettmar: Ausstellungen (Auswahl)

1993 Kunsthalle Bremen, Jüdisches Museum Berlin/Martin-Gropius-Bau Berlin;
1994 Kunsthalle Schirn Frankfurt und Stadtschloß Weimar – Stiftung Weimarer Klassik;
1996 Landeskunstmuseums Staatliche Galerie Moritzburg Halle;
1996 Kloster zum hl. Kreuz Rostock und St. Annen - Museum Lübeck;
1997 Römischen Bäder in Sanssouci;
1998 Villa Almone, Rom;
2000 Ernst Barlach Stiftung, Güstrow;
2001 Germanisches Nationalmuseum Nürnberg;
2003 Feininger Museum Quedlinburg;
2004 Ernst Barlach-Museum Ratzeburg;
2006 Museum für das Fürstentum Lüneburg;
2008 Kunsthalle Rostock;
2009 Schloß Stettin;
2010 Leo Baeck Institute New York;
2011 Schloß Höchstädt;
2012 Große Kunstschau Worpswede.

1995 Ernst Barlach Preis der Ernst Barlach Gesellschaft Hamburg für das künstlerische Gesamtwerk



Mit freundlicher Unterstützung

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ÖFFNUNGSZEITEN
Dienstag – Sonntag, Feiertag 11 - 18 Uhr

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN
Samstag, Sonntag, Feiertage 12 Uhr
Mittwoch 16 Uhr
zusammen mit Destination Schanghai. Die Jüdische Gemeinde in Schanghai 1936 - 1949

EINTRITT
6 Euro | ermäßigt 4 Euro




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