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Die Kunstsammlungen Chemnitz präsentieren vom 13. Oktober bis 10. November
in der retrospektiv angelegten Ausstellung ROUTE 66. „80'S UNTIL TODAY“
sechs großformatige Scherenschnitte des Künstlers H.P. Adamski.

Hans Peter Adamski, der zu den wichtigsten Vertretern der sogenannten Neuen Wilden
zählt, entwickelte in den 1980er Jahren eine Faszination für das in der Kunst als unge-
wöhnlich geltende Medium Scherenschnitt. Der Künstler verspürte damals den Ehrgeiz,
dieser in der Kunstwelt gering geschätzten Technik neue Bedeutung zu verleihen. In den
80er Jahren bestimmten Minimal-Art und Konzeptkunst den Kunstmarkt. Beide Strömungen
hatten sich bereits in den 60er Jahren etabliert. Adamski beabsichtigte, wie er sagt, mit der
Hinwendung zum Scherenschnitt nicht nur sich selbst, sondern auch die Avantgarde zu
irritieren. Er verstand es als Herausforderung und Provokation.

Bei den sechs ausgestellten Scherenschnitten handelt es sich um abstrakte Motive ohne klare
inhaltliche Bedeutung. Assoziative Bezüge lassen sich jedoch meist aus den Titeln ableiten
und verleihen Adamskis Werken besonderen Reiz.

Der Erfolg seiner Scherenschnitte zeigt sich eindrucksvoll anhand öffentlicher Aufträge.
Hervorzuheben ist Adamskis Arbeit für den Deutschen Bundestag aus dem Jahr 2001.
Für das Jakob-Kaiser-Haus schuf er den 15 Meter breiten und vier Meter hohen Gordischen
Knoten
. Für das Wandgemälde übertrug der Künstler mithilfe von 90 Schablonen seinen
Scherenschnitt mehrfach auf die Wand.

Jüngst gewann er den ersten Preis des Kunst-am-Bau-Wettbewerbs für das Empfangsgebäude
im Protokollbereich am Flughafen BER. Adamskis Die Gedankenwolke soll im Wandelgang des
Gebäudes als „Visitenkarte Deutschlands“ erster repräsentativer Berührungspunkt ausländischer
Staatsgäste mit der Bundesrepublik Deutschland sein.


© Kunstsammlungen Chemnitz 2017