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Besondere Momente. Eine Retrospektive <br> 50 Jahre Fotoreporter Wolfgang Thieme

Besondere Momente. Eine Retrospektive
50 Jahre Fotoreporter Wolfgang Thieme

18. Oktober 2015 bis zum 15. November 2015

 

 

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Ausstellungseröffnung: Sonntag, 18. Oktober 2015, 11 Uhr


Das Schloßbergmuseum der Kunstsammlungen Chemnitz zeigt vom 18. Oktober bis zum
15. November 2015 Fotografien des Fotoreporters Wolfgang Thieme (*1941). Es handelt sich um die zweite Personalausstellung des renommierten Pressefotografen, der gerade auf ein 50-jähriges Schaffen zurückblickt. Thematisch geordnet finden sich Aktbilder ebenso wieder wie Tierfotografien, Momentaufnahmen von bedeutenden Sportereignissen und Reisen durch verschiedene Länder, Landschaften und Porträts.


Wolfgang Thieme absolvierte im Druckhaus der Freien Presse im damaligen Karl-Marx-Stadt eine Ausbildung zum Reprofotografen und Chemigrafen. Der junge Facharbeiter bereitete zunächst Fotos für den Zeitungsdruck vor. Es folgten ein Studium der Journalistik und ein weiteres der Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Vor allem das Fotografie-Studium verlangte und schulte Vielseitigkeit: die Beschäftigung mit Akt, Landschaft, Stillleben, Porträt und Reportage. Diese Vielseitig-
keit kam Thieme in seinem weiteren Berufsleben immer wieder zugute und spiegelt sich auch in der Ausstellung wider.

Die gezeigten Fotografien entstanden vor allem während Thiemes Arbeit als Bildreporter für die Nachrichtenagentur Zentralbild, für die er von 1967 bis zu seiner Pensionierung weitgehend tätig war. Nachdem er zunächst ausschließlich im damaligen Bezirk Karl-Marx-Stadt eingesetzt wurde, kamen bald auch Aufträge in anderen Bezirken und im Ausland hinzu. Sein Auslandsdebüt gab Thieme 1970 bei der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft in Ljubljana. Es folgten Einsätze bei den Olympischen Spielen 1972 in München, 1980 in Lake Placid, 1984 in Sarajevo und 1988 in Calgary und Seoul. Thieme begleitete Politiker auf ihren Auslandsreisen nach der Mongolei, Indien, Syrien, Kuweit, in den Irak und mehrfach in die Sowjetunion.

Nachhaltig blieb dem Fotografen das Jahr 1984 in Erinnerung, als er eigentlich als Reporter für die Olympischen Spiele in Los Angeles vorgesehen war. Da die DDR die Spiele zusammen mit anderen Ostblockstaaten boykottierte, reiste er stattdessen für eine Reportage drei Wochen durch China. Das Land begann sich damals, nach Jahrzehnten der Kulturrevolution, zu öffnen. Seine Fotos aus dem Reich der Mitte gaben erstmals Einblick in das Leben der Bewohner eines Landes, das sich bis dahin weitgehend von der Welt abgeschottet hatte.

Seit der Wende geht Thieme auch privat mit seiner Frau viel auf Reisen. Die Eindrücke hält er in Fotobüchern fest, die er selbst akribisch gestaltet. Daneben ist dem heute 74-Jährigen seine Heimat nie aus dem Blick geraten. Einer Liebeserklärung an den Freistaat gleicht sein Bildband Unser schönes Sachsen, aus dem einige Bilder in der Ausstellung zu sehen sind. Seine stete Suche nach dem perfekten, dem besonderen Bild spiegelt auch sein Bildband Die drei Schönen wider, in dem er die Schlösser Augustusburg, Scharfenstein und Lichtenwalde mit ihren vielfältigen Facetten zeigt. Beide Bücher erschienen im Chemnitzer Verlag.

© Kunstsammlungen Chemnitz 2017